Klosterwissen

Sieben historische Klosterkräuter mit Saatgut aus Bio-Anbau warten in dieser kuratierten Edition auf dich. Tauche ein in das jahrhundertealte Wissen der Klostergärten und hole dir wohltuende Heilkräuter direkt auf deinen Balkon oder in deinen Garten.

Anzuchtanleitungen

Zur Anzuchtanleitung für die Echte Schlüsselblume
Zur Anzuchtanleitung für Teefenchel
Zur Anzuchtanleitung für den Roten Sonnenhut
Zur Anzuchtanleitung für Salbei
Zur Anzuchtanleitung für Echte Kamille
Zur Anzuchtanleitung für Kümmel
Zur Anzuchtanleitung für Benediktenkraut
Zu den allgemeinen Anzucht-Infos für Saatkapseln

[1] Bio Echte Schlüsselblume

Primula veris
Die Echte Schlüsselblume ist ein traditionelles Klosterkraut, das mit seinen goldgelben Blüten und seinem fein honigartigen Duft den Frühling einläutet.
Anzucht im Freien von Oktober-Februar
Blütezeit von März-Mai
Erntezeit für Blüten und Blätter von April bis Mai
Saattiefe: nur auf die Erde streuen und leicht andrücken
Keimtemperatur 10-15 Grad, Keimdauer 4-8 Wochen
Wasserbedarf: mässig, im Frühjahr und während der Blüte gleichmässig feucht halten
Standort: halbschattig bis sonnig, ideal an schattigeren Balkonplätzen
Wuchs: horstig, Höhe: 15–25cm
Wichtige erste Nahrungsquelle im Frühjahr für langrüsselige Hummeln, Wollschweber, frühe Wildbienen und Zitronenfalter
Mehrjährig und winterhart
[ i ] Als Kaltkeimer benötigen die Samen zwingend eine Frostperiode im Winter, um im Frühjahr zu keimen.
[ i ] Die Echte Schlüsselblume steht in der freien Natur unter Naturschutz und darf dort nicht gepflückt oder ausgegraben werden. Die eigene Anzucht ist daher der perfekte Weg, diese Heilpflanze zu erhalten.
[ i ] Einer Legende nach liess der heilige Petrus seinen Himmelsschlüssel auf die Erde fallen. An der Stelle, an der er aufschlug, wuchs diese Pflanze. Deshalb wird sie im Volksmund auch als „Himmelsschlüssel“ bezeichnet.

So gelingt dir die Anzucht

Aussäen
Fülle einen Topf mit 20-25cm Durchmesser und ca. 20cm Höhe mit hochwertiger Bio Kräuter- oder Aussaaterde. Der Topf sollte am Boden Löcher haben, damit keine Staunässe entsteht. Öffne die Kapsel und verteile den Inhalt gleichmässig im Topf. Drücke ihn nur leicht an und bedecke ihn nicht mit Erde. Befeuchte die Erde mit einer Sprühflasche und stelle den Topf den gesamten Winter über an einen schattigen bis halbschattigen Platz im Freien. Das Saatgut benötigt zwingend eine mehrwöchige Kälteperiode mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, um die Keimruhe zu brechen. Halte die Erde in dieser Phase gleichmässig feucht. Als Wildstaude keimt die Schlüsselblume manchmal etwas ungleichmässig. Sollte im ersten Frühjahr nur ein Teil der Samen austreiben, lohnt es sich, den Topf weiterzupflegen.
Vereinzeln

Sobald die Sämlinge kräftige Blattrosetten gebildet haben, ziehe die schwächeren heraus, sodass die 3 bis 4 stärksten Pflanzen im Topf verbleiben.

Pflegen

Im Frühjahr und während der Blühphase von März bis Mai benötigt die Schlüsselblume mässig, aber regelmässig Wasser. Ab dem zweiten Standjahr ist bei frischer Erde kaum Dünger nötig. Eine ganz leichte Gabe von organischem Kräuterdünger im zeitigen Frühjahr reicht vollkommen aus.

Ernten

Pflücke die goldgelben Blüten während der Blütezeit vorsichtig ab, um sie frisch als essbare Dekoration zu nutzen oder für beruhigende Tees zu trocknen. Sie schmecken leicht süsslich mit einer feinen Honignote. Da es sich um eine mehrjährige Staude handelt, zieht sich die Pflanze im Hochsommer oft etwas zurück und treibt im folgenden Frühjahr von selbst wieder aus.

Klosterwissen

In der traditionellen Klosterheilkunde gilt die Echte Schlüsselblume als geschätztes Kraut bei Erkältungen. Sowohl die Blüten als auch die Wurzeln enthalten wertvolle Saponine und ätherische Öle, die schleimlösend wirken. Ein milder Tee aus den getrockneten Blüten wurde in den Klöstern seit jeher zur Beruhigung von Atemwegen und Husten eingesetzt.

Saatgut selber ziehen

Das Saatgut ist samenfest, d.h. du kannst daraus selber Samen ziehen.
Abwarten

Um eigenes Saatgut zu gewinnen, lass ein paar Blüten im Frühjahr an der Pflanze stehen und warte, bis sie verblühen. Nach der Bestäubung durch Insekten bilden sich aufrecht stehende, grüne Kapseln aus, die mit Samen gefüllt sind.

Samen ernten
Der richtige Erntezeitpunkt ist gekommen, sobald die Kapseln im Frühsommer vollständig ausreifen, braun und trocken werden und sich am oberen Ende von selbst schlitztartig öffnen. Pflücke die trockenen Kapselstängel an einem sonnigen Nachmittag vorsichtig ab und drehe sie über einer Schüssel um, um die kleinen, dunkelbraunen Samen herauszuschütteln.
Nachtrocknen

Lass die Samen an einem trockenen, luftigen Ort ohne pralle Sonne für ca. 1–2 Wochen komplett durchtrocknen.

Lagern 

Fülle die Samen in ein beschriftetes Papiersäckchen und lagere sie trocken, kühl und lichtgeschützt.


[2] Bio Teefenchel

Foeniculum vulgare
Der Teefenchel, auch als Gewürz- oder Wildfenchel bekannt, fasziniert mit seinen filigranen Blättern und goldenen Doldenblüten. Die Samen mit ihrem intensiv anisartigen Aroma werden in Klöstern seit Jahrhunderten geschätzt.
Aussaat im Freien von April-Juli
Blüte von Juli bis September
Ernte Fenchelgrün von Mai bis Oktober
Ernte Fenchelsamen von August bis Oktober
Saattiefe: 1-2cm
Keimtemperatur 15-22 Grad, Keimdauer 10-20 Tage
Wasserbedarf: mässig
Standort: vollsonnig, warm und windgeschützt
Wuchs: aufrecht, stark verzweigt, Höhe 100–150cm
Magnet v.a. für Schwebfliegen, Schlupfwespen, Bienen, Hummeln sowie Raupen des Schwalbenschwanz-Schmetterlings
Mehrjährig, bedingt winterhart
[ i ] Der Teefenchel ist eine der wichtigsten Futterpflanzen für die Raupen des Schwalbenschwanzes, einem unserer spektakulärsten heimischen Tagfalter. Die auffällig grün-schwarz gemusterten Raupen knabbern mit Vorliebe an den feinen Blättern. Die Pflanze ist sehr wuchsfreudig und erholt sich problemlos davon. Wer Teefenchel anpflanzt, leistet einen direkten Beitrag zum Artenschutz dieses wunderschönen Schmetterlings.
[ i ] Die Fenchelsamen sind im Winter bei heimischen Wildvögeln sehr beliebt.
[ i ] Teefenchel bildet im Gegensatz zum Knollenfenchel keine verdickte Knolle aus, sondern konzentriert seine Energie voll auf das aromatische Fenchelgrün und die würzigen Samen.

So gelingt dir die Anzucht

Aussäen
Fülle einen Topf mit 30-40cm Durchmesser und mind. 30cm Höhe mit hochwertiger Bio Kräuter- oder Gemüseerde. Der Topf sollte am Boden Löcher haben, damit keine Staunässe entsteht. Öffne die Kapsel und verteile den Inhalt gleichmässig im Topf. Bedecke die Samen mit einer 1 bis 2cm dicken Erdschicht, drücke sie an und brause die Oberfläche vorsichtig mit etwas Wasser ab.
Vereinzeln
Platziere den Topf an einem warmen, vollsonnigen und nach Möglichkeit windgeschützten Ort im Freien. Halte die Erde während der Keimphase gleichmässig feucht ohne sie zu durchnässen. Sobald die Sämlinge zu kleinen Pflänzchen herangewachsen sind und ihre gefiederten Blätter zeigen, ziehe die schwächeren Keimlinge vorsichtig heraus, sodass nur 2 bis 3 Pflanzen im Topf verbleiben. Nun haben sie genug Platz, um kräftige Wurzeln und hohe Blütenstängel auszubilden.
Pflegen
Durch seine tiefe Wurzel verträgt der Teefenchel kurze Trockenphasen problemlos. Giesse mässig, sobald die oberste Erdschicht spürbar abgetrocknet ist. Eine sparsame Gabe von organischem Flüssigdünger alle vier bis sechs Wochen ab Frühsommer reicht völlig aus, da ein Übermass an Nährstoffen das Aroma der Blätter und Samen schwächen kann. Teefenchel kann im Topf rasch über einen Meter hoch werden. An windigen Standorten ist es ratsam, die Hauptstängel frühzeitig mit einem langen Holzstab zu stützen, damit sie bei Sommergewittern nicht umknicken. 
Ernten
Junge, zarte Fenchelspitzen kannst du ab Mai fortlaufend für die Küche ernten. Wenn du im Spätsommer und Herbst die würzigen Samen ernten möchtest, lässt du die Pflanzen ungehindert blühen und wartest ab, bis sich die großen Dolden braun und trocken verfärben. Getrocknet kann du sie zum Kochen und Teeaufbrühen nutzen.
Überwintern

Schneide die vertrockneten Stängel im Herbst nicht ab. Sie dienen dem Wurzelhals als natürlicher Kälteschutz, bieten überwinternden Insekten einen Unterschlupf. Der Rückschnitt auf etwa 5 bis 10 cm erfolgt erst im zeitigen Frühjahr vor dem Neuaustrieb. Rücke den Topf an eine schützende, wind- und regengeschützte Hauswand. Stelle das Gefäß auf eine Holzplatte, Styropor oder kleine Füßchen, um die aufsteigende Bodenkälte abzublocken. Umwickle den Topf bei anhaltenden Minusgraden mit Jute, Wintervlies oder Kokosmatten. Giesse den Fenchel an milden, frostfreien Tagen sehr sparsam, sodass die Erde minimal feucht bleibt. Der Topf darf niemals komplett austrocknen, Staunässe muss aber zwingend vermieden werden.

Klosterwissen

Die charakteristische Süsse und Schärfe der Fenchelsamen gehen auf die ätherischen Öle Anethol und Fenchon zurück. In den mittelalterlichen Klostergärten galt die Pflanze als echtes Allround-Talent. Während Anethol für den angenehmen Geschmack und die entkrampfende Wirkung auf Magen und Darm sorgt, hemmt Fenchon das Wachstum von Bakterien und macht Fencheltee zum bewährten Hausmittel bei Erkältungen.

Saatgut selber ziehen

Das Saatgut ist samenfest, d.h. du kannst daraus selber Samen ziehen.
Abwarten

Um eigenes Saatgut zu gewinnen, lass die gelben Blütendolden im Sommer ungehindert blühen und an der Pflanze ausreifen. Nach der Bestäubung durch Insekten bilden sich an den feinen Verzweigungen unzählige längliche Samen aus.

Samen ernten 

Der richtige Erntezeitpunkt ist gekommen, sobald die Dolden im Spätsommer bis Frühherbst von Grün zu Braun wechseln, sich trocken anfühlen und die Samen von selbst leicht abfallen. Schneide die reifen Dolden an einem sonnigen, trockenen Nachmittag mit einer scharfen Schere samt Stängel ab.

Nachtrocknen 

Hänge die Dolden kopfüber in einen Papiersack oder binde sie locker zusammen und lege sie auf ein Tuch an einem schattigen, luftigen Ort ab, um sie für etwa zwei Wochen vollständig durchtrocknen zu lassen.

Reinigen und lagern  

Reibe die Dolden vorsichtig zwischen den Händen über einer Schüssel und die Fenchelsamen lösen sich von ihren feinen Stängeln. Trenne Pflanzenteile durch leichtes Auspusten ab und fülle die Samen in ein beschriftetes Papiersäckchen. Lagere sie trocken, kühl und lichtgeschützt.


[3] Bio Roter Sonnenhut

Echinacea Purpurea
Der Purpur-Sonnenhut ist eine alte Heilpflanze und dank seiner nahrhaften Samen im Winter ein Leibgericht für Stieglitze, Grünfinken, Kernbeisser und Meisen.
Voranzucht im Haus von März-April
Ins Freie ab Ende Mai (nach den Eisheiligen)
Blütezeit: Juli-Oktober
Saattiefe: Samen nur andrücken, nicht mit Erde bedecken
Keimtemperatur 20-22 Grad, Keimdauer 10-21 Tage (keimt oft unregelmässig
Wasserbedarf: mässig, verträgt kurze Trockenheit gut, Staunässe unbedingt vermeiden
Standort: vollsonnig bis halbschattig
Wuchs: aufrecht, buschig verzweigt, 60 bis 100cm hoch
Magnet für Hummeln, (Wild-) Bienen und Schmetterlinge (besonders Edelfalter wie das Tagpfauenauge)
Mehrjährig und winterhart. Verträgt Frost bis -20 Grad und benötigt im Topf lediglich etwas Schutz vor komplettem Durchfrieren.
[ i ] So hilfst du mit Sonnenhut den Vögeln im Winter: schneide die Samenkapseln im Herbst nicht ab, sondern lass sie als wichtige Futterstationen stehen. Die Samen sind in den Kapseln perfekt gegen Schnee geschützt und können von den Vögeln sicher herausgepickt werden.
[ i ] Der botanische Name Echinacea stammt vom griechischen Wort echinos für „Igel“ ab. Wenn die Blütenblätter im Spätsommer abfallen, bleibt die Blütenmitte als harter, stacheliger Kopf zurück, der wie ein Igel aussieht.

So gelingt dir die Anzucht

Aussäen
Fülle einen kleinen Anzuchttopf mit nährstoffarmer Anzuchterde und drücke sie leicht an. Öffne die Kapsel und verteile den Inhalt im Topf, drücke ihn etwas an. Befeuchte die Erde mit einer Sprühflasche. Stelle den Topf an einen hellen, warmen Ort auf der Fensterbank. Ideal sind 20–22 °C. Achte darauf, dass die Erde bis zur Keimung nie ganz austrocknet.
Pikieren oder Abknipsen
Falls mehrere Samen gekeimt sind, warte, bis die Keimlinge ca. 2–3cm groß sind und neben den Keimblättern die ersten "echten" Blätter gebildet haben. Nun kannst du entweder den stärksten Setzling im Topf lassen und die anderen vorsichtig mit einer Schere auf Erdhöhe abschneiden oder du nimmst die anderen Setzlinge vorsichtig mit einem Pikierstab oder Löffel aus dem Topf und setzt sie in einen eigenen. Pro Topf sollte am Schluss nur ein Setzling sein.
Umtopfen

Roter Sonnenhut ist ein Tiefwurzler. Wähle einen grossen Topf mit mindestens 30cm Durchmesser und mindestens 30cm Tiefe/Höhe sowie einem Loch am Boden. Fülle den Topf mit hochwertiger Kübelpflanzenerde. Mische für eine optimale Durchlässigkeit gerne ein paar Hände voll Sand oder Blähton unter, da die Pflanze Staunässe überhaupt nicht mag. Setze die Jungpflanze so tief ein, wie sie vorher im Anzuchttopf stand. Erde leicht andrücken und einmal kräftig angiessen.

Pflegen

Stelle den Topf an einen vollsonnigen, warmen Ort auf dem Balkon oder der Terrasse. Je mehr Sonne, desto mehr Blüten bilden sich. Halte die Erde mässig feucht. Der Sonnenhut verträgt als erwachsene Pflanze kurze Trockenheit viel besser als zu viel Nässe. Giesse erst, wenn die oberste Erdschicht spürbar abgetrocknet ist. Im ersten Jahr im Topf reicht es völlig aus, ab Juni alle 4 Wochen einen biologischen Flüssigdünger mit ins Giesswasser zu geben. Alternativ kannst du beim Umtopfen im Mai etwas Langzeit-Biodüngergranulat in die Erde mischen. Ab September wird nicht mehr gedüngt. Schneide verblühte Stängel regelmässig bis zum nächsten kräftigen Blattpaar zurück. Das regt die Pflanze an, bis in den Oktober hinein immer wieder neue Knospen zu bilden.

Klosterwissen

Ursprünglich stammt der Sonnenhut aus den Weiten der nordamerikanischen Prärie. Dort erkannten die indigenen Völker schon vor Jahrhunderten seinen unschätzbaren Wert. Sie nutzten ihn als Heilmittel bei Erkältungen, Husten, Halsweh und zur Wundheilung. Ende des 19. Jahrhunderts gelangte das Wissen nach Europa, wo die Pflanze zum festen Bestandteil der Klosterheilkunde wurde.

Saatgut selber ziehen

Das Saatgut ist samenfest, d.h. du kannst daraus selber Samen ziehen.
Pflanzen stehen lassen
Damit die Vögel im Winter die nahrhaften Samen picken können, lass die verblühten Blütenstände stehen. Suche dir lediglich eine Blüte aus und schneide sie ab, sobald die Blütenblätter komplett abgefallen sind und sich der igelartige Blütenkopf tiefbraun bis fast schwarz verfärbt hat. Der Stängel direkt unter dem Kopf sollte sich trocken und holzig anfühlen.
Ernten
Wähle für die Ernte einen trockenen, sonnigen Tag, damit keine Restfeuchtigkeit in den Samen steckt. Schneide den reifen, trockenen Blütenkopf mit einer Gartenschere samt einem kurzen Stück Stängel ab.
Samen gewinnen
Halte den Blütenkopf über eine große Schüssel. Reibe nun mit dem Daumen kräftig über den Blütenkopf oder klopfe ihn mit der Oberseite nach unten fest auf den Schüsselrand. Da die Spreublätter recht spitz sind, kannst du dafür dünne Gartenhandschuhe anziehen. Die Samen sind ca. 4–5mm lang und kantig. Sie fallen zusammen mit ein paar Spreuresten in die Schüssel.
Trocknen lassen
Breite die Samen für 1–2 Wochen auf einem Stück Zeitungspapier oder Küchenkrepp an einem warmen, schattigen Ort im Haus aus. Sie müssen absolut rascheltrocken sein.
Lagern
Fülle die Samen in eine kleine Papiertüte und beschrifte sie. Bewahre das Saatgut an einem kühlen, dunklen und trockenen Ort auf.

[4] Salbei

Salvia officinalis
Der Salbei begeistert mit seinen samtig-graugrünen Blättern, violetten Blütenkerzen und einem aromatischen Duft, der seit Jahrhunderten für Gesundheit und Genuss steht.
Voranzucht im Haus von März bis April
Ins Freie ab Ende Mai (nach den Eisheiligen)
Blüte von Juni bis August
Ernte der Blätter von Mai-September
Saattiefe: nur leicht andrücken
Keimtemperatur 18-22 Grad, Keimdauer 14-21 Tage
Wasserbedarf: gering bis mässig, verträgt keine Staunässe
Standort: vollsonnig, heiss und windgeschützt
Wuchs: halbstrauchig und stark verzweigt, Höhe 40–60cm
Ein absoluter Magnet für Hummeln, Holzbienen, Schlupfwespen und viele Schmetterlingsarten
Mehrjährig und winterhart
[ i ] Salbei verholzt von unten heraus. Damit die Pflanze im Topf nicht verkahlt oder auseinanderbricht, schneide sie jedes Jahr im März um etwa ein Drittel zurück, allerdings niemals tief ins alte, blattlose Holz.
[ i ] Die lippenförmigen Blüten des Salbeis besitzen eine ausgeklügelte Bestäubungsmechanik. Sobald eine Hummel tief in die Blüte krabbelt, um an den Nektar zu gelangen, löst sie einen kleinen Hebelmechanismus aus. Die Staubblätter klappen wie zwei kleine Arme herunter und tupfen den Blütenstaub präzise auf den Rücken des Insekts, das den Pollen direkt zur nächsten Blüte trägt.

So gelingt dir die Anzucht

Aussäen
Fülle einen kleinen Anzuchttopf mit einer nährstoffarmen, durchlässigen Bio Aussaaterde. Öffne die Kapsel und verstreue den Inhalt gleichmässig im Topf und drück ihn nur ganz sanft an, ohne ihn mit Erde zu bedecken. Stelle den Topf an einem hellen, warmen Ort bei etwa 18 bis 22 °C und halte die Erde in den folgenden zwei bis drei Wochen mit einer Sprühflasche gleichmässig feucht, aber niemals nass.
Umpflanzen
Sobald die Sämlinge nach der Keimung kräftige Jungpflanzen mit den ersten typischen, samtigen Laubblättern gebildet haben kannst du sie umpflanzne. Fülle dazu einen Topf mit einem Durchmesser von 25–30cm sowie einer Höhe von mind. 25cm mit Kräutererde und achte darauf, dass er unten Löcher hat, damit keine Staunässe entsteht. Setze nun max. 2 Salbeisetzlinge in diesen Topf, drücke die Erde gut an und giesse ausreichend. Falls du mehr als zwei Setzlinge hast, kannst du einen zweiten Topf bepflanzen.
Pflegen

Stelle den Topf an einen möglichst heissen, vollsonnigen und windgeschützten Platz im Freien. Giesse Salbei stets mässig und lass die Erde zwischen den Wassergaben gründlich austrocknen, da die Pflanze kurze Trockenphasen problemlos meistert, nasse Wurzeln jedoch nicht verträgt. Eine Düngung ist bei frischer Erde im ersten Jahr nicht nötig. In den Folgejahren reicht eine leichte Gabe von organischem Kräuterdünger im Frühjahr aus.

Ernten

Pflücke die aromatischen Blätter laufend von Mai bis September und am besten an einem sonnigen Vormittag. Zu dieser Zeit ist die Konzentration der ätherischen Öle in den Blättern am höchsten.

Überwintern

Salbei ist grundsätzlich winterhart. Im Topf solltest du das Gefäss im Winter jedoch dicht an eine geschützte Hauswand stellen und bei dauerhaftem Frost mit Jute o.ä. umwickeln, damit der Ballen nicht komplett durchfriert.

Klosterwissen

Der botanische Name Salvia leitet sich vom lateinischen Wort salvare ab, was „heilen“ oder „retten“ bedeutet. Im Mittelalter war der Salbei so hoch geschätzt, dass die Gelehrten der berühmten Medizinschule von Salerno sprichwörtlich fragten: „Warum sollte ein Mensch sterben, in dessen Garten Salbei wächst?“
Salbei wirkt durch seine einzigartige Kombination aus ätherischen Ölen und Gerbstoffen stark entzündungshemmend, keimtötend und schweißregulierend, weshalb er in der Klosterheilkunde vor allem bei Hals- und Zahnfleischbeschwerden, übermässigem Schwitzen sowie Verdauungsstörungen geschätzt wird.

Saatgut selber ziehen

Das Saatgut ist samenfest, d.h. du kannst daraus selber Samen ziehen.
Blüten stehen lassen

Um eigenes Saatgut zu gewinnen, lass die violetten Blüten im Frühsommer ungehindert verblühen. Nach der Bestäubung durch Insekten bilden sich in den kelchförmigen Schutzhüllen an den Stängeln jeweils vier kleine, rundliche Samen aus.

Samen ernten 

Der richtige Erntezeitpunkt ist gekommen, sobald die Blütenstände im Hoch- bis Spätsommer vollständig braun und trocken geworden sind und sich die Samen dunkelbraun bis schwarz verfärbt haben. Schneide die trockenen Blütenstängel an einem sonnigen, niederschlagsfreien Tag mit einer Schere ab

Nachtrocknen und reinigen

Lass die Blütenstängel auf einem Küchentuch an einem luftigen, schattigen Ort im Haus noch ca. 1 bis 2 Wochen komplett durchtrocknen. Reibe dann die Kelche zwischen den Händen, um die Samen zu lösen. Grobe Pflanzenreste kannst du aussieben.

Lagern
Fülle die Samen in ein beschriftetes Papiersäckchen und lagere sie trocken, kühl und lichtgeschützt.

[5] Bio Echte Kamille

Matricaria chamomilla
Die Echte Kamille begeistert mit ihren strahlend weissen Blüten mit der charakteristisch hochgewölbten gelben Mitte und einem apfelartig-würzigen Duft, der seit Jahrtausenden als Sinnbild für Sanftheit und Heilung gilt.
Aussaat im Freien: März-Mai und September-Oktober
Blütezeit von Mai-September
Ernte der Blütenköpfe von Mai-August
Saattiefe: nur leicht andrücken
Keimtemperatur 15-20-Grad, Keimdauer 7-14 Tage
Wasserbedarf: mässig, Erde feucht halten und Staunässe unbedingt vermeiden
Standort: vollsonnig und warm
Sehr beliebte Anlaufstelle für Schwebfliegen, Wildbienen, Käfer und kleine Schmetterlinge
Einjährig, versämt sich aber gut selber
Winterhart
[ i ] Botanisch unterscheidet sich die Echte Kamille von ihren ungiftigen, aber wirkungslosen Doppelgängern (wie der Hundskamille) durch ein ganz einfaches Merkmal: schneidet man das gelbe Blütenköpfchen der Länge nach durch, ist der Blütenboden der Echten Kamille im Inneren völlig hohl. Nur diese Variante trägt die wertvollen ätherischen Öle wie Bisabolol in hoher Konzentration.
[ i ] Die Kamille wurde in der traditionellen Klosterheilkunde nicht nur für Menschen genutzt, sondern galt auch als „Pflanzenärztin“. Nebeneinander gepflanzte, geschwächte Nachbarpflanzen erholen sich in ihrer Gegenwart schneller. Zudem wirken Aufgüsse aus Kamille als natürliches Stärkungsmittel, das Sämlinge vor Schimmelpilzen und der gefürchteten Umfallkrankheit schützt.

So gelingt dir die Anzucht

Aussäen
Wähle einen Topf mit einem Durchmesser von 20–25cm und einer Höhe von etwa 20cm, der über grosse Ablauflöcher verfügt. Fülle ihn mit Bio Kräuter- oder Anzuchterde. Öffne die Kapsel und verstreue den Inhalt gleichmässig im Topf. Die Samen der Kamille sind winzig klein. Drücke es nur leicht fest und befeuchte es vorsichtig mit einer Sprühflasche. Stelle den Topf an einen warmen, vollsonnigen Platz im Freien. Halte die Erdoberfläche während der Keimzeit durch regelmäßiges Besprühen gleichmässig feucht.
Vereinzeln

Sobald die Keimlinge herangewachsen sind und ihre ersten feingefiederten Blätter zeigen, dünne den Bestand aus. Ziehe die schwächsten Pflänzchen vorsichtig heraus, sodass 5-6 kräftige Exemplare im Topf bleiben und genügend Platz zum Wachsen haben.

Pflegen

Halte die Pflanzen mässig feucht, wobei die oberste Erdschicht zwischen den Wassergaben ruhig leicht abtrocknen darf. Dünger benötigt die Echte Kamille im Topf kaum. Eine sparsame Gabe ist nur bei sehr magerem Substrat im Frühsommer nötig.

Ernten
Pflücke die gelb-weissen Blütenköpfe fortlaufend von Mai bis August an sonnigen Vormittagen, sobald sich die weissen Blütenblätter waagerecht ausgerichtet haben. Wenn du regelmässig pflückst, regt das die Pflanzen dazu an, bis zum Spätsommer unermüdlich neue Blütenknospen nachzuschieben

Klosterwissen

Die Echte Kamille entfaltet durch ihre wertvollen ätherischen Öle und Flavonoide eine stark entzündungshemmende, krampfstillende und beruhigende Wirkung, weshalb sie seit dem Mittelalter bei Magen-Darm-Beschwerden, Hautreizungen sowie zur Linderung von Erkältungen geschätzt wird.

Saatgut selber ziehen

Das Saatgut ist samenfest, d.h. du kannst daraus selber Samen ziehen.
Blüten stehen lassen

Um eigenes Saatgut von der Echten Kamille zu gewinnen, lass ein paar Blüten im Sommer an der Pflanze ausreifen. Nach der Blüte neigen sich die weissen Hüllblätter nach unten und der charakteristische gelbe Blütenboden wölbt sich kegelförmig nach oben, während sich darin hunderte klitzekleine Samen bilden.

Ernten
Der ideale Erntezeitpunkt ist gekommen, sobald die Blütenköpfe im Hoch- bis Spätsommer vollständig vertrocknet und braun geworden sind. Knipse die trockenen Köpfe an einem warmen, sonnigen Nachmittag ab.
Trocknen lassen

Verteile die Blütenköpfe auf einem Küchentuch und lass sie für etwa eine Woche an einem schattigen, gut durchlüfteten Ort im Haus trocknen. 

Reinigen und lagern 

Zerreibe die getrockneten Blütenköpfe vorsichtig zwischen den Fingern über einer Schüssel. Die feinen, staubkorngrossen Kamillesamen lösen sich dabei ab. Da das Saatgut sehr fein ist, trenne die groben Pflanzenteile mit Hilfe eines feinen Siebes. Lagere die Samen kühl, trocken und dunkel in einem beschrifteten Papiertütchen.


[6] Bio Kümmel

Carum carvi
Der Kümmel ist eines der ältesten Gewürze und Heilkräuter Europas. Mit seinen feinfiedrigen Blättern, den zarten weissen Doldenblüten und den intensiv-aromatischen Samen vereint er traditionelle Klosterheilkunde mit rustikaler Küche.
Aussaat im Freien von August-September
Blütezeit von Mai-Juli (im nächsten Jahr)
Ernte der Samen von Juni-August
Saattiefe: 1-1.5cm
Keimtemperatur 15-20 Grad, Keimdauer 14-21 Tage
Wasserbedarf: mässig, Staunässe vermeiden
Standort: vollsonnig bis halbschattig
Wuchs: Im 1. Jahr Blattrosette, im 2. Jahr aufrechte, verzweigte Blütenstängel, Höhe 40–80cm
Wichtige Nahrungsquelle für Schwebfliegen, Wildbienen und Käfer
Zweijährig und sehr winterhart
[ i ] Kümmel gilt als das älteste archäologisch nachgewiesene Gewürz unseres Kontinents. Samenfünde in steinzeitlichen Pfahlbauten rund um den Bodensee und die Alpen belegen, dass Kümmel bereits vor über 5.000 Jahren zum Würzen und Haltbarmachen von Speisen genutzt wurde.
[ i ] Neben den aromatischen Samen ist auch die Pfahlwurzel im ersten Jahr essbar. Sie schmeckt mild, leicht süsslich und erinnert an eine Mischung aus Pastinake, Karotte und Petersilienwurzel. Ein Wurzelgemüse, das kaum jemand kennt!

So gelingt dir die Anzucht

Aussäen
Fülle einen Topf mit 25-30cm Durchmesser und mind. 30cm Höhe mit hochwertiger Bio Kräuter- oder Gemüseerde. Der Topf sollte am Boden Löcher haben, damit keine Staunässe entsteht. Öffne die Kapsel und verteile den Inhalt gleichmässig im Topf. Bedecke die Samen mit einer 1 bis 1.5cm dicken Erdschicht, drücke sie an und brause die Oberfläche vorsichtig mit etwas Wasser ab.
Wachsen lassen

Stelle den Topf an einen sonnigen bis halbschattigen Platz im Freien und halte die Erde in den folgenden zwei bis drei Wochen gleichmässig feucht, aber keinesfalls nass. Du kannst alle Keimlinge, die wachsen, im Topf lassen.

Pflegen

Halte den Kümmel mässig feucht und lass die Erde zwischen den Wassergaben an der Oberfläche leicht abtrocknen. Im ersten Standjahr bildet die Pflanze eine bodennahe Blattrosette. Nach der Überwinterung schiesst Kümmel im zweiten Frühjahr in die Höhe und bildet seine weissen Blütendolden, aus denen im Hochsommer die begehrten Würzsamen ausreifen.

Ernten

Für die Ernte knipst du im ersten Jahr gelegentlich die zarten, petersilienähnlichen Blätter für die Küche ab, während du im zweiten Sommer die braun gefärbten Samentriebe komplett abschneidest.

Überwintern

Zur Überwinterung bleibt der winterharte Kümmel einfach im Freien. Stelle den Kübel an klirrend kalten Tagen nah an die Hauswand, um das komplette Durchfrieren des Ballens zu verhindern.

Klosterwissen

Der Kümmel verdankt seinen festen Platz im klösterlichen Garten seiner stark entkrampfenden und verdauungsfördernden Wirkung. Er wird deshalb seit dem Mittelalter als bewährtes Mittel gegen Blähungen, Völlegefühl und Magenkrämpfe sowie zur Bekömmlichkeit schwerer Speisen geschätzt.

Saatgut selber ziehen

Das Saatgut ist samenfest, d.h. du kannst daraus selber Samen ziehen.
Blüten stehen lassen

Um eigenes Saatgut zu gewinnen, lass die Pflanzen im zweiten Standjahr verblühen. Es bilden sich an den vielstrahligen Dolden die charakteristischen, länglichen Kümmelsamen aus, die zunächst grün sind und sich im Laufe des Hochsommers braun verfärben.

Samen ernten 

Der richtige Erntezeitpunkt ist gekommen, sobald die Samen eine dunkelbraune Farbe angenommen haben und die gesamten Dolden trocken wirken, aber noch nicht von selbst ausfallend. Schneide die kompletten Samentriebe an einem sonnigen, trockenen Vormittag bodennah ab und binde sie portionsweise mit einer Schnur zu kleinen Sträussen zusammen.

Trocknen

Hänge die Sträusse kopfüber an einem trockenen, warmen und gut belüfteten Ort im Haus über einer grossen Schüssel oder einer Tuchunterlage auf. So fängst du Samen auf, die beim Trocknen von selbst abfallen.

Reinigen und lagern

Nach etwa zwei Wochen kannst du die Dolden vorsichtig über dem Tuch ausklopfen, um die restlichen Körnchen zu lösen. Trenne Spreu und Stängelreste durch leichtes Ausblasen. Fülle die Samen in ein beschriftetes Papiersäckchen und lagere sie trocken, kühl und lichtgeschützt.


[7] Bio Benediktenkraut

Cnicus benedictus
Das Benediktenkraut ist der Inbegriff der historischen Klosterheilkunde. Im Mittelalter galt die distelartige Pflanze mit den gelben Blütenköpfen und den stachlig gezähnten Blättern als wahres Wundermittel der Mönche.
Aussaat im Freien von April-Mai
Blütezeit: Juni- August
Ernte von Kraut und Blüten: Juni-Juli
Saattiefe: 1cm
Keimtemperatur 15-20 Grad, Keimdauer 10-20 Tag
Wasserbedarf: mässig, Staunässe vermeiden
Standort: vollsonnig und warm
Besonders beliebt bei Hummeln und Wildbienen 
Wuchs: verzweigt, distelartig, Höhe 30–50cm
Einjährig, nicht winterhart
[ i ] Benannt ist das Benediktenkraut nach dem heiligen Benedikt und den Mönchen des Benediktinerordens, die das ‚gesegnete Kraut‘ (Herba benedicta) in ihren Klostergärten kultivierten. Es ist der Hauptbestandteil berühmter klösterlicher Magen- und Kräuterliköre.
[ i ] Die Pflanze gehört zu den bittersten Vertretern der europäischen Heilpflanzen. Verantwortlich dafür ist der Bitterstoff Cnicin. Dieser regt bereits beim ersten Zungenkontakt die Reflexe des Nervensystems an, wodurch sofort Magen-, Galle- und Bauchspeicheldrüsensäfte ausgeschüttet werden.

So gelingt dir die Anzucht

Aussäen
Fülle einen Topf mit 30-35cm Durchmesser und 30-35cm Höhe mit hochwertiger Gemüseerde. Der Topf sollte am Boden Löcher haben, damit keine Staunässe entsteht. Öffne die Kapsel und verteile den Inhalt im Topf, drücke ihn an und bedecke ihn nicht mit Erde. Befeuchte die Erde mit einer Sprühflasche. Stelle den Topf draussen an eine helle und geschützte Stelle. Halt die Erdoberfläche konstant feucht.
Vereinzeln

In einem Topf dieser Grösse hat nur ein einziger Liebstöckel auf Dauer Platz. Sollten mehr als ein Samen keimen, lasse den stärksten im Topf und ziehe die anderen heraus, sobald die Pflänzchen 5cm gross sind.

Pflegen

Der Wasserbedarf ist hoch. Die Erde sollte sich wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlen. Ab Juni solltest du alle 2 Wochen einen flüssigen Bio-Gemüsedünger ins Giesswasser geben. Im Topf sind die Nährstoffe sonst schnell verbrauc

Ernten

Ernte immer die äusseren kräftigen Stängel bodennah ab. Die Mitte der Pflanze bleibt stehen, damit sie von innen nachschieben kann. Im Herbst zieht sich die Pflanze komplett ein. Schneide dann alle vergilbten Reste bodennah ab. Der Topf kann im Winter draussen bleiben. Umwickle in eventuell mit etwas Vlies. Im März treibt er von alleine wieder aus.

Genuss-Tipp

Liebstöckel ist ein kulinarisches Schwergewicht. Sein Aroma ist eine Mischung aus Sellerie, Petersilie und einem Hauch Anis. Du solltest ihn eher wie ein Gewürz und weniger wie einen Salatzusatz verwenden. Koche ihn ruhig mit. Im Gegensatz zu zarten Kräutern wie Basilikum verliert er sein Aroma nicht durch Hitze, sondern gibt es erst richtig an die Flüssigkeit ab. Besonders geeignet ist Liebstöckel für Kartoffelsuppe und Kartoffelgerichte, Eintöpfe, Gemüsefonds, Grüne Saucen, Tomatensauce, Schmorgerichte, Hackfleischgerichte, Fleischbrühe und Füllungen für Ente und Gans.

Saatgut selber ziehen

Das Saatgut ist samenfest, d.h. du kannst daraus selber Samen ziehen.
Blühen lassen

Lasse im Sommer ein paar kräftige Blütenstiele stehen. Die Pflanze bildet dann grosse, gelbliche Doppeldolden aus. In dieser Zeit solltest du an diesen Stielen keine Blätter mehr ernten, damit die Pflanze ihre gesamte Energie in die Samenproduktion stecken kann. Die Dolden färben sich von Grün zu einem hellen Braun. Wenn du eine Dolde vorsichtig schüttelst und die Samen beginnen von selbst abzufallen, ist es Zeit für die Ernte.

Kerne ernten

Schneide den kompletten Blütenstiel mit der braunen Dolde vorsichtig ab. Halte die Dolde dabei am besten direkt über eine Papiertüte oder eine Schüssel. Hänge die Dolden im Haus für eine Woche kopfüber an einem trockenen, luftigen Ort ohne pralle Sonne auf.

Samen reinigen

Reibe die Dolden zwischen den Handflächen, um die restlichen Samen zu lösen. Puste vorsichtig über die Samen, um trockene Reste der Blütenhüllen zu entfernen.

Lagern
Lagere die Samen kühl, trocken und dunkel in einem beschrifteten Papiertütchen bis zum nächsten Frühjahr. Da Liebstöckel ein Kaltkeimer ist, kannst du einen Teil der Samen direkt im Spätsommer wieder in einen Topf aussäen. Sie überwintern dann als winzige Pflänzchen und starten im nächsten Frühjahr mit einem riesigen Vorsprung durch.

Allgemeine Infos

Pro Kapsel ist Saatgut für mind. 1 Pflanze bzw. 1 Topf enthalten. Falls kleine Sämlinge zu dicht wachsen, kannst du sie pikieren.


Zum einfacheren Verteilen und als Lichtschutz enthalten die Kapseln die natürliche Saathilfe Vermiculit. 


Die verwendeten Sorten sind für den Anbau in einem Topf und damit für deinen Balkon oder deine Terrasse geeignet. Wenn du einen Garten hast , kannst du die Pflanzen auch in den Garten setzen.


Die Kapselhülle besteht aus natürlicher Cellulose (Kieferfasern) und ist biologisch abbaubar. Du kannst sie über den Biomüll/ Kompost entsorgen.


Unser Gärtnerehrenwort

Wir verwenden ausschliesslich hochwertiges Bio-Saatgut, das regelmässig auf seine Keimfähigkeit getestet wird. Sollte wider Erwarten einmal nichts spriessen, melde dich bei uns und wir finden eine Lösung!

Herstellerangaben gemäss GPSR
Jedes Säckchen wird in unserer dornbirner Manufaktur mit Sorgfalt und Liebe zum Detail von Hand gefertigt. Wir stehen für eine hochwertige lokale Produktion und einen persönlichen Ansprechpartner bei Fragen oder individuellen Anpassungen.
Saat & Kapsel Brehm e.U.

Im Porst 23b | AT-6850 Dornbirn
info@saatundkapsel.at 

Teile deinen Saaterfolg!

Wir sind gespannt, wie dein Saatgut wächst und gedeiht. Zeige es auf Instagram und erwähne uns mit @saatundkapsel. Wir reposten deine Erfolge gerne!
© Saat & Kapsel 2026